Warum ist der Tod eines Kindes so schwer bewältigen?
Warum ist der Tod eines Kindes so schwer bewältigen?
Es gibt zum einen die natürliche Abfolge, die besagt, dass Kinder nach den Eltern sterben sollten.
Verstärkend kommt dazu, dass wir zu einer Gesellschaft wurden, welche über den Tod an sich und über ein verstorbenes Kind erst recht nicht in der Öffentlichkeit oder zu Hause spricht.
Einige wenige werden sich noch erinnern können, das es bis vor einigen Jahrzehnten selbstverständlich war, im ersten Jahr nach dem Trauerfall schwarz zu tragen. Das war einerseits ein sichtbares Zeichen für das Umfeld, das ein Trauerfall in dieser Familie vorlag, aber auch das die Angehörigen im Moment besonders Schutzbedürftig, weil empfindlich sind. Wenn der Trauerfall schon über ein Jahr zurück lag, trug man wieder normale Kleidung in gedeckten Farben, aber noch immer eine schwarze Armbinde. Manche Familien trugen diese Zeichen gemäß ihren Bedürfnissen, andere Familien hielten sich an genau gesellschaftlich definierte Normen und (ungeschriebenen) Vorschriften.
Leider ist dieser Rituelle Ausdruck einer lebensverändernden Botschaft unmodern geworden. Das brachte mit sich, dass Angehörige vermehrt seelische und emotionale Verletzungen erleben und als Gegenreaktion daraufhin sich noch mehr in sich selbst verkrochen.