Es kommt nicht auf die Dosis an!

Es kommt nicht auf die Dosis an

aus dem Buch: " Leben wächst in mir": Als ebenfalls unwahr hat sich herausgestellt die Vorstellung, dass ein Stoff erst durch die Dosis zum Gift wird.

Das kritische Zeitfenster, in dem Contergan gefährlich wurde, war offenbar sehr klar begrenzt zwischen dem 35. bis 50. Tag nach der letzten Menstruation.

Dieser Zeitraum ist die wichtigste Phase der Organogenese. Embryos entwickeln sich vom Kopf abwärts und von innen nach außen. Daher führt das Medikament, wenn es zwischen dem 35. und dem 37. Tag geschluckt wurde, zu Babys ohne Ohren, während zwischen dem 39. und 41. Tag eingenommene Tabletten Kinder ohne Arme zur Folge hatte. 41. – 43. Tag: keine Gebärmutter; 45. – 47. Tag keine Beinknochen; 47. bis 49. Tag missgebildete Daumen.

Jährlich erleben wir (D) als Gesellschaft bis zu 25.000 Todesfälle durch Medikamente und seinen (teilweise nicht bedachten, nicht vorher bekannten) Nebenwirkungen

Medikamente sollen uns helfen, doch manchmal bringen Medikamente uns um. 

Regelmäßig werden durch Pillen erkrankte Menschen mit Blaulicht in die Notfallaufnahmen gebracht. Viele müssen auf Intensivstationen behandelt werden. Viele sterben. Der Grund: Auch rund 50 Jahre nach dem Contergan-Skandal ist die Sicherheit von Medikamenten in Deutschland mangelhaft – sagen Experten.

Doch während ein ARD-Zweiteiler den größten Arzneimittelskandal der Bundesrepublik neu in den Fokus gerückt hat, erregt das Schicksal von jährlich zehntausenden Nebenwirkungs-Geschädigten kaum größere Aufmerksamkeit.

Seit wenigen Jahren untersuchen Spezialisten in Kliniken in Greifswald, Jena, Rostock und Weimar die neu eingelieferten Patienten auf Arzneimittel als Ursache der Krankheiten. Aufgrund dieser Erfahrungen schätzt die Wuppertaler Pharmakologin Petra Thürmann, dass rund fünf Prozent aller Aufnahmen in innere Abteilungen auf Nebenwirkungen zurückgehen.

Sie befinden sich hier:
Sonnenstrahl > Sternenkinder > Bücherserie Sternenkind.info > Band 1 > Es kommt nicht auf die Dosis an!