Cytomegalie – Virus (CMV)

Cytomegalie - Virus (CMV)

Hier folgt ein Bericht aus Frau Aktuell/ März 07
[ Das Röteln – Viren das Leben von ungeborenen Babys gefährden können, weiß "jeder". Aber haben Sie schon mal vom Cytomegalie – Virus (CMV) gehört? Wenn nicht, geht es Ihnen wie den meisten Menschen. "Dabei ist dieses bei Laien weitgehend unbekannte Virus der häufigste Infektionserreger, der auf das Ungeborene übertragen wird", erläutert Prof. Dr. Hartmut Hengel vom Institut für Virologie an der Heinrich - Heine - Universität Düsseldorf.
In Deutschland infizieren sich pro Jahr rund 3850 Schwangere mit CMV. Während das Virus für Kinder und Erwachsene völlig ungefährlich ist, sieht das bei Schwangeren anders aus: Hatten sie noch nie mit CMV zu tun, konnte ihr Organismus keine Antikörper zur Abwehr bilden.
Neuinfektionen können dramatische Folgen haben: in 50% aller Fälle übertragen sie das Virus auf das Ungeborene. Dadurch kommt es jedes Jahr zu rund 60 Totgeburten, mehr als 1000 Säuglinge werden mit schweren geistigen Behinderungen geboren.
Übertragen wird das Virus z.B. durch Speichel oder Urin. Meistens merkt es eine werdende Mutter nicht, dass sie sich mit CMV angesteckt hat, denn bei Erwachsenen verläuft eine Infektion oft ganz ohne Symptome. Oder diese fallen völlig harmlos aus: Die Betroffenen haben lediglich das Gefühl, an einer milden Grippe erkrankt zu sein. "Oft sind es auffällige Ultraschallbefunde, die zur Diagnose führen", erklärt Hengel. Bei dieser Untersuchung bemerken die Ärzte massive Infektionen beim Fötus. Bisher hatten die Frauen dann nur die Alternative, die Schwangerschaft abzubrechen - und diese schwerwiegende Entscheidung mussten sie oft erst nach der 20. Woche fällen. Das alles ließe sich durch die Früherkennung einer CMV - Infektionen weitestgehend vermeiden.
Eine Studie von Prof. Dr. Giovanni Nigro von der Uni Rom hat gezeigt, dass die Schädigung von infizierten Neugeborenen von 50 auf 3% reduziert werden kann, wenn schwangere Frauen sich beim Arzt passiv immunisieren lassen. Ob sie zur Risikogruppe gehört, kann jede Frau mit einem Bluttest beim Frauenarzt abklären lassen. Dieser zählt bislang allerdings noch nicht zu den im Mutterpass vorgeschriebenen Untersuchungen, ermuss also privat bezahlt werden (Kosten ca 13 Euro*). Wird festgestellt, dass noch keine CMV - Antikörper gebildet wurden, wird der Test regelmäßig wiederholt, damit eine Infektion frühzeitig erkannt und rechtzeitig gegengesteuert werden kann. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft eine CMV - Infektion durchgemacht haben, können ihre Babys nicht mehr gefährden.]

* im Jahr 2007 in D

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