Frauen in Not

Von: Mag. Elisabeth Widensky 

Sonntag, 16. Februar 2003 20:51

"Anonyme Geburt erreicht offensichtlich nicht alle Frauen, die in Not sind!"

Ich möchte Ihnen meine Gratulation zum Aufdecken des Machtmonopols der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten ausdrücken. Seit 1995 kämpfe ich für einen frauengerechteren Umgang mit Tot-, Fehlgeburt und frühem Säuglingstod. Die Thematiken der Pränataldiagnostik mischten sich im Lauf der Jahre dazu.

Ich bin Obfrau des Vereins: REGENBOGEN - Selbsthilfe nach glückloser Schwangerschaft und arbeite so ehrenamtlich viel mit Betroffenen.

Leider wird dieses subjektive, weibliche Wissen und Erleben viel zu wenig ernst genommen und gerade Frau Wimmer - Puchinger fiel uns viel in den Rücken.

Sie blieb offensichtlich in der ersten Abtreibungsdiskussion stecken und vertrat daher immer noch den Standpunkt, das es sich bei Fehlgeburten nur um Zellhaufen handelt und die Mütter noch gar nicht begriffen haben, daß es hier um ein Kind geht. Daher sei es humaner, daß der Mutter gesagt wird, daß es kein Kind gegeben hat, um ihnen das Trauern zu ersparen.

Aus der Sicht von Angehörigen früh verstorbener Kinder ist aber gerade dies das einzig wirklich krankmachende an einer Fehlgeburt: man entehrt das Kind und die Würde der Mutter.

Als ich am 30. März 1995 meine Tochter in der Semmelweisklinik entband, lag ich - wie heute noch üblich - auf der Gynäkologie und kein Arzt noch eine Hebamme waren zugegen. Obwohl ich drei Tage und Nächte lang alle 6 Minuten Wehen hatte, wurde nie mehr mein Kind untersucht und so wußte man gar nicht, ob das Baby, welches ich entbinden sollte, noch lebt!

Die Diplomkrankenschwesternschülerin, die mich entband, arbeitete großartig.

Noch heute zählt diese Geburt zu eines der schönsten Erlebnisse für mich und meinen Mann. Sie war von Hannah Lothrop geschult. Daher engagierte sie sich vergeblich, die Strukturen in der Semmelweisklinik zu verändern. Schwester Tonja brachte sich selbst ein paar Tage nach meiner Entbindung um.

Seither bin ich für dieses Thema engagiert.

Dankenswerter Weise wurde inzwischen erreicht, daß man nun doch einer Totgeburt offiziell einen Namen geben darf, was vielen Eltern sehr wichtig ist.

Alle weiteren Änderungen, die wir trotz heftigen Widerstands der Frau Wimmer Puchinger erreicht haben, können Sie gerne unter www.glueckloseschwangerschaft.at nachlesen.

Auch stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.

Mit lieben Grüssen
Eure Mag. Elisabeth Widensky 

Ins Internet schaue ich nur sehr selten!!!

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