Der große Konflikt
Die röhm. kath. Kirche beschränkt das Recht, die Heilige Schrift auszulegen, auf die Geistlichkeit. Darauf pochend, dass diese allein in der Lage sei, Gottes Wort zu erklären, entzieht es die Bibel den Menschen.
evangelische Strömungen entstanden: Wenn auch die Reformation für alle die Heilige Schrift zur Verfügung stellte, so hindert doch der Gleiche Grundsatz, den Rom geltend machte, viele in den protestantischen Kirchen daran, die Bibel für sich selbst zu studieren. Sie werden unterwiesen, ihre Lehren anzunehmen, wie die Kirche sie auslegt, und es gibt Tausende, die es nicht wagen, irgend entwas anzunhemne, das ihrem Glaubensbekenntnis oder den bestehenden Lehrsätzen der Kirche entgegen steht, sei es auch noch so deutlich in der Schrift offenbart.
Obwohl die Bibel genügend Warnungen vor falschen Lehren enthält, überlassen doch viele auf diese Weise die Bewahrung ihrer Seele geistlichen Leitern. Es gibt tausende von Christen, die keinen anderen Grund für Ihren Glauben angeben können, als dass sie von ihren religiösen Führern so unterreichtet wurden. Sie lassen die Lehren des Heilandes beinahe ganz unbeachtet und setzen unbedingstes Vertrauen in die Worte der Prediger. Sind diese aber unfehlbar? Wie können wir unsere Seelen ihrer Führung anvertrauen, es sei denn, dass wir aus Gottes Wort wissen, das Sie Träger des Lichtes sind? Mangeldnder moralischer Mut, den allgemein üblichen Weg zu verlassen, verleiten viele, den Fußstapfen gelehrter Menschen zu folgen, und durch ihre Abneigung, selbst zu forschen, werden sie hoffnungslos in den Ketten des Irrtums festgehalten. Sie sehen, dass die Lehren der gegenwärtigen Wahrheit in der Bibel klar hervorgehoben sind, und spüren die Macht des heiligen Geistes, der ihre Verkündigung begleitet, und doch lassen sie sich durch den Widerstand der Geistlichkeit vom Licht wegführen. Obwohl Vernuft und Gewissen überzeugt sind, wagen diese verblendeten Menschen nicht, anders zu denken als der Prediger. Ihr persönliches Urteil und ewiges Wohl werden dem Unglauben, dem Stolz und Vorurteil eines anderen geopfert. Auszug aus dem Buch Der grosse Konflikt - überarbeitete Ausgabe 2008.