Organogenese

Organogenese beschreibt die ersten 8 Wochen ab seiner Zeugung - also einem Zeitraum innerhalb der ersten 10 Wochen ab Beginn der Schwangerschaft (denn eine Schwangerschaft ab dem ersten Tag der letzen Monatsblutung einer Frau gerechnet, wobei Ärzte statistisch davon Ausgehen, "das die meisten Frauen 14 Tage nach ihrer Blutung befruchtungsfähig sind".) mit dem Ende der Organogenese ist der Körper des neuen Menschen sichtbar vollkommen inkl äußeren Geschlechtsmermalen angelegt, weshalb dem Kind (bestattungsrechtlich betrachtet) ab diesem frühen Zeitpunkt ein geschlechtsbezogener Vorname gegeben werden kann, denn am Grab (-stein) darf stehen, was Angehörige ansagen.

Reife Eizelle sucht bindungswillige Spermie

Lust - Ekstase - Höhepunkt! 100 Millionen motivierter Spermien kennen ausschließlich ein Ziel: eine reife Eizelle. Nur eine Einzige davon schickt Frau pro Monat auf den Weg, und für diese ist das Beste gerade gut genug. Um Mrs. Right zu finden, hat sich Mutter Natur einiges einfallen lassen ...

Der Mensch entsteht.

Lehrstück in drei Akten
Darsteller:
Spermie 1
Spermie 2
Spermie 3
50.000 "Ei-Krieger"
100.000 Millionen Killer-Spermien
50.000 "Blockierer"
Eizelle

1. Akt
Szene: Ein Mann und eine Frau beim Liebesakt. Routine-Sex zwischen zwei langjährigen Partnern, nicht ekstatisch, aber auch nicht schlecht. Das Geschehen im Bett wird heftiger, der Mann ist kurz vor dem Höhepunkt. Mehr als 100.000 Millionen Spermien warten auf Ihren großen Auftritt.

Spermie 1: Achtung, Jungs, es geht los! Jetzt heißt es schwimmen, was das Zeug hält. Wer das Ei zuerst findet, hat gewonnen ...

Spermie 2: Glaubst Du, dass so eine Eizelle wirklich existiert? Oder ist das Wie mit der Geschichte vom Osterhasen?

Spermie 3: Willst Du jetzt quatschen oder schwimmen? Lass mich endlich vorbei - ich bin der Auserwählte, ich fühle das ...

Spermie 1: Denkst Du, die Eizelle wartet auf einen Buckligen mit zu kurzem Schwanz wie Dich? Das würde ja die ganze Evolution ad absurdum führen!

(Anmerkung der Redaktion: Anders als weit verbreitet angenommen, sehen Spermien nicht alle gleich aus. Manche haben einen kurzen Schwanz, bei manchen ist er gewunden wie eine Sprungfeder, manche tragen am Mittelstück eine Ausbuchtung. Nur 60 Prozent der Spermien sind jene geschmeidigen Athleten, die man landläufig kennt.)

Spermie 2: Sag mal: Wie viele sind wir heute eigentlich? Schließlich will man seine Konkurrenten ja kennen!

Spermie1: Er hat die Frau jeden Tag gesehen, mehr als 100 Millionen werden wir also nicht sein - beste Vorraussetzungen für ein erfolgreiches Finale. Hoffentlich schluckt sie nicht auch noch die Pille, sonst können wir warten, bis wir schwarz werden.

(Anmerkung der Redaktion: Die Anzahl der ejakulierten Spermien hängt davon ab, wie hoch die wahrscheinlichkeit ist, dass die Frau fremde Samenzellen in sich trägt. Wenn der Mann regelmäßig mit der Frau verkehrt, "reicht" eine geringere Menge an Spermien. Hat er sie länger nicht gesehen oder verdächtigt er sie des Seitensprungs, wird die Menge dramatisch erhöht. Dieser Vorgang passiert bei jedem Geschlechtsakt vollkommen unbewußt und soll dem betreffenden Mann einen maximalen Fortpflanzungserfolg sichern.)

Spermie3: Hilfe, wartet auf mich - ich komme hier nicht weiter! Dieser verdammte Zervix-Schleim lässt mich nicht vorankommen ...

Spermie 2: Von wegen "der Auserwählte", da mußt du halt schneller schwimmen. Ich kann Dir nicht helfen. Ich muss zu Spermie 1, der Kerl ist bereits in der Gebärmutter.

(Anmerkung der Redaktion: Die erste Hürde für die Spermie stellt der Zervix-Schleim der Frau dar: Er bietet nur feine Kanäle zur Fortbewegung. Die weniger trainierten Exemplare bleiben dort hängen und werden zu "Blockierern" - sie stellen ein Hindernis für alle nachkommenden Spermien dar. Spermien müssen erst durch die Gebärmutter in den Eileiter schwimmen und betreten dort eine Wartezone. Hier halten sie sich fest, bis die reife Eizelle aus dem Eierstock fällt und sich ihren Verehrern zeigt. Daws kann tagelang dauern - Geduld ist die Tugegend der Stunde. Aber wie halten sich die Spermien an der glittschigen Eileiter-Wand fest? Hierfür ist ihr Kopf mit vielen winzigen Greifarmen überzogen, die sich in ganz bestimmte Zuckermoleküle, sogenannte Glycane, an der wand des Eileiters binden können.) 

2. Akt:

Szene: Nach dem Mann hat nun auch die Frau einen Höhepunkt. Ihre Gebärmutter zieht sich in lustvollen Kontraktionen zusammen. Spermie 1 befindet sich bereits in der Gebärmutter, Spermie 2 hat gerade einen gangbaren kanal im Zervix-Schleim gefunden und kämpft sich tapfer weiter. Die Gebärmutterkrontarktionen erleichtern den Spermien die Fortbewegung beträchtlich.

Spermie 1: Jetzt geht´s los! Du musst einfach mitsurfen - das ist die perfekte Welle. Wow, jetzt ist alles viel einfacher, ich brauche mich nur treiben zu lassen.

Spermie 2: Stimmt. Hoffentlich hält der Zustand ein bisschen an. Aber Hallo? Was ist das jetzt? Wer bist Du? Ich kenne Dich nicht! Verdammt, hier war schon jemand vor uns! Achtung an alle: Fremde Killer-Spermien sind unterwegs. Ich wiederhole: Killer-Spermien an Board - das ist keine Übung!

Spermie 1: so ein Mist. Das gibt Krieg! Wo ist unser Geleitschutz? Wo zum Teufel stecken unsere eigenen Killer?

(Anmerkung der Redaktion): Treffen in den weiblichen Geschlechtsorganen Spermien verschiedener Männer zusammen, dann gibt es Krieg. Der Großteil des Ejakulats besteht aus "Killerspermien" - athletischen Burschen ohne Erbinformation, deren einzige Aufgabe es ist, fremde Spermien zu zerstören. Mit Hilfe eines giftigen Cocktails, den sie in einer Art Kappe mit sich führen, vernichten Sie ihre Gegner, bis ihnen das Gift ausgeht und sie selbst sterben. Nur rund 10 Prozent aller Spermien sind "Ei-Krieger", also mit Erbinformationen ausgestattet und für den Zeugungsakt vorgesehen.)

Spermie 3: Hallo, ist da jemand? Hilfe! Fremde Killer und dann noch diese Horden von aggresiven  weißen Blutkörperchen - wo soll ich bloß hin? Da lasse ich mich lieber wieder rausspülen, als hier gefressen zu werden ...

(Anmerkung der Redaktion: Als Reaktion auf den Kontakt mit dem männlichen Ejakulat bilden die Gebärmutterwände unzähliche weiße Blutkörperchen. Diese Killerzellen verschlingen und verdauen lebende wie tote Spermien. Nur in den Zervixhöhlen und im Eileiter sind die Spermien davor sicher. Nach etwa einer halben Stunde stößt die Frau ungefähr die Hälfte der Spermien wieder aus.)

Spermie 2: ich kann nicht mehr. Geh Du voran, Spermie 1. Du kannst es schaffen. Ich such mir jetzt eine gemütliche Zervixhöhle und ruhe mich dort aus. Sollte es sich länger hinziehen, kann ich mein Glück von hier aus versuchen.

Spermie 1: Ich hab´s geschafft, bin im Eileiter - on the way to paradise, yippie! Oh nein, alle guten Plätze sind besetzt von den fremden Kerlen. War die ganze Mühe umsonst?

(Anmerkung der Redaktion: Die langsamen Spermien sammeln sich in den Höhlen rund um den Gebärmutterhals, die Zervix und warten dort auf ihre Chance. Die Glücklichen gelangen unbeschadet in den Eileiter und docken dort an - vorrausgesetzt, es heißt nicht "wegen Überfüllung geschlossen": Die Spermien des Liebhabers sind nämlich zahlenmäßig deutlich im Vorteil. Der Mann hat unbewußt die fünffache Spermienzahl des Lebenspartners ausgestoßen, um seine an sich schlechten Fortpflanzungschancen zu steigern ... bisher mit Erfolg! Die hohe Zahl seiner Killerspermien macht denen des Lebenspartners schnell den Garaus, noch schlimmer: Die strategisch guten Plätze im Eileiter sind schon mit potenziellen Nachkommen belegt.)

3. Akt:

Szene: Spermie 1 hat es schließlich geschafft und doch noch einen der begehrten Eileiter - Plätze ergattert. Hier herrscht jetzt gespannte Stille. Trommelwirbel: Auftritt Eizelle.

Spermie 1: Mein Gott, ist die schön - und so rießig. Schade, dass Spermie 2 das nicht sehen kann. Aber ganz schön gepanzert, die Zicke. Das wird ein hartes Stück Arbeit! Aber wie wird mir? So kribbelig, so warm ...Ich muss loslassen, ich muss zu ihr ...

(Anmerkung der Redaktion: Über einen hormonellen Botenstoff im Eileiterschleim informiert die Eizelle die wartenden Spermien von ihrer bereitschaft, sich huldigen zu lassen. Dieser Botenstoff aktiviert die Spermien, d.h. er macht sie wirklich "scharf". Ohne diese Aktivierung wären sie nicht zeugungsfähig.)

Spermie 1: Verdammt, was ist das für ein lästiges Zeug? Und die anderen sind natürlich auch schon da. Irgendwie muss man diese Masse doch auflösen können. Uff, geschafft. Jetzt noch hier schnell andocken ...

(Anmerkung der Redaktion: Der Eierstock befindet sich ein Stück über dem Ende der beiden Eileiter. Wenn er eine Eizelle freisetzt, wird diese vom Eileiter aufgefangen und durch winzige Härchen vorwärtsbewegt. Jede Eizelle ist von drei Verteidigungshüllen umgeben, die eine Spermie mittels spezieller Enzyme überwinden muss. Am letzten Hindernis, der Dotterhülle, heften sich die erfolgreichen Spermien an. Jetzt geht es wirklich um Schnelligkeit. w3elche als erstes diese Membran mittels eines Dorn am Kopf durchschneiden kann, ist Sieger. Möglicherweise gibt es in diesem Stadium aber auch eine noch nicht erforschte Interaktion von Spermie und Eizelle. Hat sie die Eizelle für einen Bewerber entschieden und ihm Einlass gewährt, schickt sie sofort eine chemische Botschaft an die Oberfläche: "geschlossene Gesellschaft"! Innerhalb des Eis wirft die erfolgreiche Spermie ihre Membran ab und setzt ihre DNS frei. Ein neuer Mensch ist gezeugt. Die Gene von Vater und Mutter vermischen sich zu exakt gleichen Teilen - ein subtiler Mix, der zu einer eigenständigen, einzigartigen Persönlichkeit führt.)

Eizelle: Seit 30 Jahren warte ich schon in diesem langweiligen Eierstock auf Dich - meine besten jahre habe ich Dir geopfert. Ich will ein Mädchen machen und es soll die blauen Augen aus meinen Genpool bekommen und meine Beine und ...

Spermie 1: Oh Mann, vielleicht hätte ich mich doch besser ausspülen lassen sollen. Verdammter Instinkt!

(Anmerkung der Redaktion: ... und die Moral von der Geschichte: wenn Sie sich einmal ganz mies fühlen, nicht beachtet, ein kleines Rad in einer großen Maschine, dann halten Sie sich vor Augen - irgendwann einmal waren Sie die beste Spermie aus vielen hundert Millionen ...)

Organogenese

"Als Organogenese ist jener Zeitraum definiert, in welchem die Entstehung der Körperteile passiert.

Am 21. Tag setzt der Herzschlag ein. Zwei Tage danach nehmen die Augen Gestalt an. Zwei Tage danach sprießen Gliedmaßen aus den Schultern. Am folgenden Tag schließt sich das Neuralrohr, um sich zur Wirbelsäule zu entwickeln. Und am Tag darauf erscheinen Beine und Füsse.

Nach der Zeitrechnung der Geburtshelfer findet diese Organogenese zwischen der 8. und 10. Schwangerschaftswoche statt.

Alle Strukturen den Körpers sind von  nun an sichtbar vorhanden."

Wer eine biologische Reise zu Geburt unternehmen will, dem empfehle ich das Buch „Leben wächst in mir" - dem oben stehender Text entnommen wurde - von Sandra Steingraber. Auch weil Sie sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat, das Frauen nicht die (alleinige) Ursache dafür sein können, wenn Sie ein Kind empfangen haben, das in Folge anders als ersehnt sich entwickelt.

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