Vater sein? Nein, danke

Vater sein? Nein, danke schrieb Marga Swoboda am 6.7.2011 auf krone.at

Thema mit Dauerbrenner - Garantie: Warum immer mehr Männer keine Kinder wollen. Österreichische Männer sind europäische Trendsetter bei dieser Frage. Klingt gar nicht lieb.

Man hat inzwischen Jahrzehntelang eigentlich immer nur die Frauen gefragt: Möchtest Du Kinder haben? Wenn ja, wie viele, wenn nein: wieso? Frauen konnten und können gute Gründe nennen für ihre Zurückhaltung in der Fortpflanzungsfrage. Dieser ewige Spagat zwischen Job und Familie. Diese Firmen, die Frauen mit Kindern  bei Lohn- und Aufsteigschancen bestrafen. Außerdem: weit und breit keine Großfamilie mehr. Und wenn eine nur Mutter sein will: mega out.

Und die Männer? Die klagen neuerdings auch über den Spagat. Zeischen der alten, aber immer noch gängigen Rolle FAMILIENERNÄHRER und dem Bild vom papi, der bis auf das Stillen aller Mutterfunktionen erfüllt. Immer mehr Männer haben keine Lust auf Vaterpflichten.

Und dann wird noch die Angst erwähnt, im Falle einer Scheidung/ Trennung nur noch der Zahl - August zu sein. Seine Kinder aber kaum noch zu sehen.

Bis zu diesem Punkt sind männliche wie weibliche Bedenken bei der Familienplanung der durchaus nachvollziehbar. So wahnsinnig kinderfreundlich ist die Gegenwart ja wirklich nicht, bis auf das Blabla auf Plakaten.

Aber da ist noch etwas anderes. Bizarr bis traurig. Zum Beispiel: die Angst der Männer (und mancher Frauen), das perfekte PROJEKT KIND nicht großartig hinzukriegen. Projekt Kind! Nein, es ist nicht mehr einfach nur Liebe, die eine Beziehung zum Baby definiert. Liebe mit allen ihren Risiken und der Gewissheit, dass Kinder sagenhafte Nervensägen sein können. Ein Kind von heute ist kein Kind mehr. Es ist ein Projekt, mit dem Daddys und Mamis brillieren wollen.

Traurig, oder?

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