Präeklampsie
Hypertonieaufklärung:
Aufsuchen der Klinik notwendig bei:
- Blutdruck: 7 von 30 Messungen über 140/90 bzw. 2mal höher als 160/110
- Kopfschmerzen
- Sehstörungen, Hörstörungen
- Oberbauchschmerzen, Überkeit, Erbrechen
- Blutungen
- Starke Ödembildung, Gewichtszunahme > 2kg/Woche
- Abnahme der Kindsbewegungen
Entnommen dem Hypertoniepass, welcher als Beilage zum Mutter - Kind -Pass gedacht und beim Präeklampsie Verein Österreich: www.hellp4u.org erhältlich ist.
Präeklampsie ist eine Form der Schwangerschaftsvergiftung und kann in eine Eklampsie übergehen.
Eine Schwangerschaftsvergiftung ist ein – unter Umständen lebensbedrohliches - Risiko für Mutter und Kind. Je früher die Behandlung einsetzt, desto wahrscheinlicher können Komplikationen vermieden werden. Präeklampsie oder Schwangerschaftsvergiftung ist eine ernste Erkrankung in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Sie kann in die Eklampsie übergehen, die zum Tod der Mutter bzw. des Kindes führen kann. Die Ursache ist noch ungeklärt, die Diagnose schwer zu stellen. Rund fünf Prozent aller Schwangeren leiden an der Erkrankung. Betroffen sind in 80% aller Fälle Erstgebärende.
Die Präklampsie äußert sich in sehr allgemeinen Symptomen wie Bluthochdruck, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und in weiterer Folge Eiweißausscheidung im Urin und Wasseransammlungen.
Geht sie in Eklampsie über, kommt es zu Krampfanfällen der Mutter. Die Krämpfe künden sich meist durch Kopfschmerzen, Augenflimmern und Magenkrämpfe an. Der eklamptischen Anfall ist für Mutter und Kind eine lebensgefährliche Situation.
Es besteht die Gefahr von Leber- und Nierenversagen, Hirnschädigungen, bis hin zum Tod der Mutter oder des Kindes, so Univ.-Prof. Dr. Berthold Huppertz vom Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Medizinischen Universität Graz.
Behandeln kann man die Präeklampsie noch nicht, nur die Symptome. Bei einer ernsthaften Präeklampsie bleibt zurzeit nur eine Geburt umgehend einzuleiten, was vor allem vor der 28. Schwangerschaftswoche ein erhebliches Risiko für das Baby darstellt.
Bis dato kannte man keine Faktoren, die auf eine kommende Erkrankung hätten schließen lassen. Erst beim Auftreten der ersten Symptome konnte die Krankheit diagnostiziert werden. Eine frühere Diagnose würde die Therapiemöglichkeiten jedoch wesentlich erhöhen.
Die Grazer Forschergruppe um Huppertz konnte nun aber im Zuge eines dreijährigen EU-Projektes einen Marker finden, mit dem die Präeklampsie in der 6. bis 10. Schwangerschaftswoche vorhergesagt werden kann.
"Es handelt sich dabei um ein bestimmtes Eiweiß (PP13 - Plazentaprotein), das vom Mutterkuchen abgegeben wird und im Blut der Mutter nachweisbar ist", erklärt Huppertz. Dieser Eiweißwert sei bei bevorstehender Schwangerschaftsvergiftung zu Beginn der Schwangerschaft niedriger als im Normalfall.
Neben der Entwicklung von Biomarkern will man auch erste Therapien mit konventionellen Medikamenten testen. So gab es etwa erste Behandlungen mit Produkten wie Aspirin und Vitaminen, die mögliche Therapiewege aufzeigten. "Wir suchen nach gängigen und einfachen Behandlungsmöglichkeiten, um möglichst effizient und schnell neue Therapien durchführen zu können", begründet Huppertz.
(apa/MedUniGraz)