Erziehen?
Mich regt es auf - und deswegen schreibe ich diesen Artikel - das im Jahr 2011 noch immer von "Kinder erziehen" gesprochen und dem entsprechend gehandelt wird. = Die betroffenen "Pseudoeltern" gehen als "Erwachsene" ihrem eigenen Kind voran und diese "Eltern" ziehen Ihr Kind hinter sich her. Damit berauben diese "Eltern" ihrem Kind seine ganz persönliche Entscheidungsfreiheit, die jedem Kind von Zeugung an inne wohnt.
Ich habe das für meinen Teil schon früh begriffen, das ich als Mutter mich nur hinter ein Kind stellen und diesen Kind in sein ganz persönlich gestaltetes Leben begleiten kann, ein Prozeß der nicht aufhört, wenn das Kind z.B. volljährig wurde.
Ich für meinen Teil habe eine Mutter erlebt, die einerseits ein In Graz ausgebildete Kinderkranken- & Säuglingsschwester war und schon früh wußte, das ich an Laktoseunverträglichkeit (3 = nicht lebenssbedrohlich, aber für wiederkehrende Bauchweh reicht es) litt - und trotzdem wurde ich als minderjähriges Kind mit Kuhmilch aufgezogen = versorgt. Dementsprechend hatte ich nach jeder Mahlzeit Bauchschmerzen.
Der Kindergarten, den ich 1964 - 66 besuchte, erzwang, das meine Mutter mit mir zum Kinderarzt musste. Und ich wurde damals auf Laktoseunverträglichkeit getestet und bewertet. Was bis heute unterbleibt, sind die Tatsache, das solche Krankheitsbefunde an das Amt für Jugend und Familie durch den Arzt gemeldet gehören, damit das Amt für Jugend und Familie kontrolieren kann, ob Eltern dem Kind zu liebe wirklich fürsorglich funktionieren.
Meine Mutter tat es jedenfalls nicht.
Und ich kenne viele Eltern, die dahingehend ihre Kinder quälen oder bewußt vernachlässigen - ohne das diesen "Pseudoeltern" ein strafrechtliches Gerichtsverfahren droht oder Ihnen vom Amt für Jugend und Familie die Kinder wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht entzogen werden.
Es reicht in unserer Gesellschaft für die Behördern, abzuklopfen im Kindergarten und der Schulzeit: ob das Kind pünktlich kommt und geholt wird, täglich seine Jause mit hat, halbwegs sauber gekleidet ist. Passen diese Parameter, gelten Eltern als gute, fürsorgliche Eltern. Von der inhaltlichen Wahrheit - ob es den Kindern wirklich gut geht, ob Eltern wirklich liebevoll & fürsorglich mit ihren Kindern umgehend - ist das Meilenweit entfernt.
Gerichtstauglich nachweisbar: Meine Mutter war so liebevoll und hat Unterschriften von mir und meinen Kindern gefälscht, um an Geld zu kommen, das Ihr nicht zustand. Andere "Pseudoeltern" verhalten sich ähnlich - und der österr. wie deutsche Staat schaut weg: man Miete auf den Namen des minderjährigen Kindes eine Wohnung an, kaufe Auto, bestelle bei Versandthäusern ec und bezahle dort die Rechnungen nicht. Kaum Volljährig, erfährt das Kind, das es hochverschuldet ist, ohne dafür etwas zu können.
Man weiß, das Suchtkranke für sich selbst kaum sorgen können, Partnerschaftsunfähig sind und nicht fähig sind, Kinder um Ihrer Selbst Willen zu versorgen - und trotzdem beläßt der Staat die Kinder in dieser Hölle.
Das ganze ließe sich - von Staatlicher Seite aus betrachtete - verändern, wenn man den Eltern kein Geld mehr ihrer Kinder wegen gibt, sondern mit dem Geld Einrichtungen schafft, in denen die Kindern um ihrer selbst Willen voll versorgt werden. Die Kindergartenpflicht für 5 jährige ist ein erster richtiger Meilenstein in die richtige Richtung, kann aber erst der Anfang sein, denn Sichel- und Klumpfüsse sowie orthopädische angeborene Erkrankungen lassen sich schmerzfrei in den ersten Lebensmonaten behandeln. Wer kontroliert in diesem frühen Kinderstadium, das alle Kinder die medizinische Behandlung erhalten, welche für sie und ihre Zukunft notwendig sind? Natürlich lassen sich viele Dinge in einem späteren Lebensalter noch mit jährlich sich wiederholenden Operationen mildern....
Darauf vertrauen, das Eltern von sich aus wissen, was das Richtige für ihr Kind ist - ist das Verkehrteste, was man machen kann als Staat, als Gesellschaft. Denn leider haben wir zu viele Eltern, die ihr Kind nicht um seiner selbst Willen lieben und dem entsprechend liebevoll versorgen.
Ob Eltern ihr Kind versorgen wollen oder nicht versorgen wollen, ist ein eigenes, anderes Thema.