Duogynon - Opfer
über Duogynon - Opfer berichtet am 6.7.2011 Brigitte Blabsreiter auf krone.at
Schwangerschafts - Check schädigte Babys * Mittel bis 1983 in Österreich erhältlich
Durch Pharma - Test zum Krüppel?
Nach einer Änderung des Arzneimittelgesetzes in Deutschland zogen nun Duzende Duogynon - Opfer vor Gericht. Die Menschen müssen seit ihrer Geburt mit Missbildungen leben - Ursache könnte ein Schwangersschaftstest der Mutter gewesen sein. Auch in Österreich wurde dieses Mittel verkauft - bis zum Jahr 1983.
Als die Gesundheitspolitikerin Dagmar Belakowitsch - Jenewein eine Sendung über so genannte Duogynon - Opfer im ZDF sah, wurde sie hellhörig. Schließlich kamen Menschen zu Wort, die seit ihrer geburt mit Missbildungen ihrer inneren Organe und extremitäten, offeben? Bauch oder Rücken leben müssen. Ausgelöst durch einen hormonellen Schwangerschaftstest - die hute übliche Urintest gab es damals noch nicht. Auch wurden Erinnerungen an den Contergan - Skandal Ende der 50er wach. Die FPÖ - Abgeordnete fragte sich: "War dieses Mittel nicht auch bei uns erhältlich?" Eine parlamentarische Anfrage an Gesundheitsminister Alois Stöger brachte traurige Gewissheit.
Tatsächlich dürfte es Duogynon auch in Österreich gegeben haben (nicht wie in Deutschland bis Ende der 70er, sondern bis 1983). Im Oktober 2010 habe man den Hersteller Schering (heute Bayer) schriftlich zur Rede gestellt. Doch der Pharmariese wies alle Vorwürfe zurück. Und damit war der Fall für die Verantwortlichen offenbar erledigt ...
Dr. Dagmar Belakowitsch - Jenewein: "Die Pharmaindustrie ist so mächtig, dass man das Gefühl hat, niemand traut sich so richtig an sie heran. Nur: wer denkt an die Opfer, die ihr Leben lang an Missbildungen leiden?