0 Zivilschutz Österreich

Aus einem krone.at Bericht von Mark Perry und Christoph Matzl vom 27.3.2011:

Der Atomkatastrophe schutzlos ausgeliefert

Kaum ausgereifte Notfallpläne, keine Lebensmittellager, Atomschutzbunker nur für 5% der Österreicher - wir wären einer nuklearen Kathastrophe vermutlich hilflos ausgeliefert ...

"Im Krisenfall würde die Bundesregierung die eigene Bevölkerung sich selbst überlassen!" Alois Wechselberger von der "Liste Tirol" geht mit den Wiener Politkern hart ins Gericht. Seine peniblen Recherchen brachten ind er Tat erschreckendes ans Licht. Denn der durchaus wahrscheinliche Atom - Gau in einem der grenznahen Schrottmeiler (Temelin, Krsko, Mochovce, Isar 1) würde Österreich vermutlich völlig unvorbereitet treffen. "Es gibt keine Schutzräume, und Lager für Grundnahrungsmnuttel sind nirgends zu orten", glaubt Wechselberger. Und auch Klaus Kastenhofer, engagierter Global 2000 Aktivist, schlägt Alarm: " Menschen in größerer Zahl aufzunehemn ist ein Ding der Unmöglichkeit."

Das bestätigte sogar der rotweißrote Zivilschutzverband auf Anfrage der "Krone". laut aktuellem Stand (2007!) gibt es demnach in den öffentklichen Bauten nur 158.000 Plätze für Schutzsuchende. realistischer Weise müsse davon ausgegangen werden, dass in Österreich für etwa 5% der bevölkerung sofort voll einsetzbare Schutzräume bereit stehen würden, heißt es von Seiten der Kathastrophenschützer. Und es kommt noch viel beängstigender: In vielen Bundesländern ist nach der Tschernobyl - kathastrophe sogar ein Rückschritt zu beobachten - die Verpflichtung zum Bau von strahlensicheren Zufluchtsräumen wurde aus der Bauverordnung der meisten Länder herausgenommen. Daher gibt es auch keinerlei Aufzeichnungen mehr, wie viele Privathaushalte über einen etwaigen Bunker verfügen. "Die offiziellen Stellen wiegen sich in Sicherheit - doch die ist trügerisch" , kritisiert Aktivist Kastenhofer.

Funktionieren könnte im Fall der Fälle alerdings das Frühwarnsystem. Flächendeckend wurden in den vergangenen Jahren - über das ganze Land verteilt - 336 Mess - stationen positioniert. Außerdem überwachen zehn automtische Luftmonitore das etwaige Heranströmen der tod- bringenden radioaktiven Wolken. Im atomaren Erbnstfall würden - nach entsprechender Alarmauslösung im Einsatz- und Koordinationszentrum (EKC) des Innenministerium - insgesamt 8100 Sirenen aufheulen.

Doch Ebakuierungspläne gibt es für Wien - das bei einem Nuklaerunfall im nahen Mochovce akut betroffen wäre - nicht. Zu dicht besiedelt, nicht möglich heißt es lapidar von seiten der Verantwortlichen. Doch damit wäre das apokalyptische Schicksal für die Bevölkerung schon besiegelt: Bunker sind kaum bis gar nicht vorhanden!

genau das kritisiert Grünen- Chefin Eva Glawischnig massiv:"Österreich braucht dringen einen Notfallplan. wenn das passiert, was jetzt in Fukoshima eingetreten ist, ist Wien auf viele, viele Generationen verloren."

Doch auch das übrige Österreich würde im Katastrophenfall kallobieren. Laut einer aktuellen Studie könnte die Bevölkerung mit ihren Vorräten zwar drei Wochen lang das Auslangen finden, diesen Untersuchungen zufolge wären die Lebensmittel innerhalb von nur drei tagen ausverkauft. Bei einer Panik sogar innerhalb von nur 8 Minuten. Experten befürchten auch einen eklatanten Engpass des Trinkwassers. Auch das Hochquellwasser der Stadt Wien könnte binnen kürzester Zeit durch radioaktive Verstrahlung ungenießbar werden. Die Ironie des Schicksals: kein Land in Europa hat so viele Jodtabeletten gelagert. insgesamt sind es fünf Millionen in Apotheken, Spitälern und bei Betriebsärzten. Das Innenministerium bewahrt - als eiserne Reserve - fast 400.000 Packungen auf.

Doch auch in diesem Punkt warnt Global 2000 Mahner Klaus Kastenhofer: "Wer das Jod nimmt, muss trotzdem zu Hause bleiben. Denn es schützt nicht vor radioaktiver Strahlung, sondern verhindert nur, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse einlagert. Ein trügersicher Schluss also ... "

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