Einsamkeit bei Kindern

Entwicklungshilfe 

Tipps, wie Eltern den Weg zu Freundschaften ebnen können

  • Nicht unter Druck setzen Ratschläge wie "Frag doch, ob du mitspielen kannst" helfen selten. Hören Sie ihrem Kind zu, wenn es etwas erzählen möchte. Unterstützend Sie Ihr Kind, wenn es darum bittet.
  • Selbstvertrauen stärken: Fördern Sie Neigungen und Interessen und geben Sie so oft wie möglich die ehrlich gemeinte Rückmeldung: Du bist prima, wie Du bist! Wer sich wohl in seiner Haut fühlt, geht leichter auf andere zu und nimmt einen "Korb" nicht ganz so tragisch.
  • Gelegenheiten schaffen: Im Reitstall, Sportverein oder in einer Pfadfindergruppe beginnen oft gute Freundschaften. Vermutlich klappt es dann auch im Kindergarten /Kindertagesstätte/ Hort/ Schule besser, denn je lockerer und entspannter ein emotional gesättigtes Kind ist, desto leichter gelingen Freundschaften.
  • Mitmachen lassen: Wer anders ist, wird öfters ausgegrenzt. Zu häufig ausgegrenzten Kindern gehören auch emotional ungesättigte = vernachlässigte Kinder. Wenn Ihr Kind ihr Taschengeld auf einmal ausgeben will, warum nicht? Manchesmal ist es wichtiger, dass die Klassenkammeraden etwas cool oder interessant finden - das muss nicht immer dem geschmack der Eltern entsprechen.
  • Lesestoff anbieten: Viele Kinderromane vermitteln dem Leser oder der Leserin, wie Freundschaften "funktionieren". Zudem fördert lesen die Fähigkeit, sich selbst sinnvoll zu beschäftigen und sich in andere Menschen hineinzufühlen. Beides sind wichtige Vorraussetzungen für Freundschaften.

Die Wissenschaft unterscheidet zwischen drei Arten von Freundschaft:

  1. Einmal die "Spiegelfreundschaft", in der sich zwei ähnliche Kinder finden, sich gegenseitig anspornen und auch miteinander rivalisieren.
  2. die "ergänzende Freundschaft": Da treffen sich ungleiche Kinder, oft unterschiedlichen Alters, die verschiedene Rollen einnehmen. Sie geben sich, was der andere nicht hat. Ein älteres Kind umsorgt z.B. ein jüngeres. Oder ein Kind, das sprachlich schon sehr weit ist, kann wenig mit seinen Altersgenossen anfangen und wendet sich deshalb den Größeren zu.
  3. schlechte Gesellschaft, auch "falsche Freunde" genannt. Alarmzeichen für schlechte Gesellschaft sind: Das Kind kommt oft übellaunig oder niedergeschlagen nach Hause und erzählt nichts von dem, was es kurz zuvor erlebt hat. Oder es klagt: "Immer muss ich machen, was XY sagt!" Das alles können Signale für Eltern sein, etwas genauer hinzuhören und freundlich nachzufgragen, wenn was los ist. Vielleicht wird ihr Kind ausgenutzt, gemobbt. "Eine gute Freundschaft macht aus, dass das Kind von seinem Freund weder untergebuttert, aber auch nicht zum 'King' hochstilisiert wird. Kinder fühlen sich in Beziehungen wohl, wenn Sie sein können, wie sie sind", sagt die Hamburger Psychologin Dr. Angelika Faas.

Herzschmerz: wenn Freundschaften zerbrechen

Realistisch sein: Bis ins Grundschul- bzw. Volksschulalter sind Freundcshaften oft wechselhaft und zeitlöich begrenzt. Das ist normal. Spielkempetenz und Verfügbarkeit sind in dieser Zeit nocvh wichtiger als Loyalität und Treue. Und: Kinder wollen neue Erfahrungen machen. Deshalb wenden sie sich immer wieder anderen Kindern zu, die Ihnen neue Impulse gegebn. Was Erwachsenen vielleicht hartherzig erscheint, ist teil einer gesunden Entwicklung.

Trost spenden: Trotzdem, das Ende einer Freundcshft kann richtig schmerzen. Eltern trösten, indem sie Verständnis für Trauer und Zorn zeiegn und den Kummer ersnt nehmen, ohne einen Schuldigen zu suchen. Soe helfen sie, dass Kinder ihre Enttäuschung  bewältigen und sich wieder in neue Freundschaften wagen.

Das war ein Auszug aus Mai 2011 Familie & Co

Sie befinden sich hier: