Persönlichkeitsrechte
ungefragter Eingriff in die Persönlichkeitsrechte
Ich komme aus der Zahnmedizin. Nach 27 Jahren als Zahntechnikerin möchte ich darauf hinweisen, das es Jahre gebraucht hat, bis die Gesellschaft begriffen hat/ es zugelassen hat, das schöne Zähne eine gesundheitliche Notwendigkeit sind, dienen Sie doch nicht nur der Zerkleinerung unserer Ernährung. In allem muss der seelische Aspekt auch ein Stellenwert zugewiesen werden, der allerdings sehr individuell sein kann.
Zurück zum Thema ungefragter Eingriff in die Persönlichkeitsrechte: Vor ca 20 Jahren gebar eine Frau ein Zwillingspärchen. Damit hatte diese Familie 6 Kinder. Sie hatte beruflich die Pädag gemacht, war also vor der großen Kinderzahl Lehrerin gewesen. Bei einem Gottesdienst trafen wir uns - und ich sagte ihr (nach den üblichen Floskeln von wegen Gratulation zur Geburt ihrer Kinder), das Sie im Interesse des Kindes das Mädchen auf Dowsyndrom hin untersuchen lassen sollte. Sie reagierte im Sinne von "was ich mir den Einbilde? Das sei ein ungefragter Eingriff in Ihrer Persönlichkeitsrechte. Ob ich Ihr - der Frau Lehrerin - denn unterstellen würde, dass Sie eine schlechte Mutter sei, usw." Ich ließ es auf sich beruhen.
Jahre später - die Kinder gingen zur Volksschule - wurden die Kinder auf Grund von Verhaltensauffälligkeiten Schulintern getestet. Dabei kam heraus, dass das Mädchen Trisomie 21, also Downsyndrom hatte. Wertvolle Jahre der Therapie waren - zu Lasten des Kindes - nicht in Anspruch genommen worden. Ich bin für diese Kinder nicht verantwortlich, da ich nicht ihre Mutter bin - das stimmt. In der genannte Glaubensgemeinschaft werden alle Menschen mit Bruder und Schwester angesprochen, was im Christlichen Sinn wir zueinander ja auch sein dürften. Im Sinne von Geschwisterlicher Fürsorglichkeit sind wir füreinander verantwortlich. Dazu gehört auch, das ich in Zukunft sagen/ schreiben werde, was mir auffällt.
Man kann das ganze auch anders formulieren. Ich schenke gerne. Es bleibt dem Empfänger seine Entscheidung, ob er/Sie das Geschenk annehmen oder ablehnen will.