Philipp

geschrieben am 29.8.2005

von Diana aus Österreich Vorarlberg einkleinesleben(at)denk-art.at 

Lieber Philipp!
Jetzt wärst Du schon 3 Jahre alt. Dein Bruder Lukas fragt oft nach Dir, was Du schon könntest, ob Du mit ihm spielen könntest, wenn Du bei uns bleiben hättest können. Manchmal fragt er, warum Du nicht bleiben wolltest. Ich sage ihm, Du hättest noch was zu tun gehabt. Woanders.

Er glaubt ganz fest, daß Du nun sein Schutzengel bist. Er sagt, daß ich nicht traurig sein solle, weil wir uns eines Tages ja alle wieder sehen werden. Er weiß das und glaubt fest daran. Schön und tröstlich sind seine Worte.

Ich möchte Dir danken, daß Du da warst, als ich ein Kind - als ich DICH wollte und brauchte.

Ich möchte Dir danken, daß Du noch in unseren Armen gelebt hast, damit wir uns von Dir verabschieden konnten.

Ich möchte Dir danken, daß - egal wie furchtbar es ist, daß wir Dich wieder hergeben mussten - Du uns alle noch näher zusammen gebracht hast.

Nun, wenn Du ein Schutzengel bist, dann beschütze auch Deine kleine Schwester Magdalena. Sie ist, wie Lukas ein kleines Sonnenkind.

Vor 2 Jahren schrieb ich ein Gedicht für Dich:

Mein kleines Kind

Und sie sagten zu mir
der Schmerz vergeht nach ’nem Jahr
doch er wohnt tief in mir
er ist immer noch da

Noch oft schnüren die Tränen
die Kehle mir zu
und die Angst und die Trauer
lassen mir keine Ruh’

Sag ich zu mir dann
Du warst ein Geschenk für mich
so frag ich mich, ist die Trauer
mehr um Dich als um mein ich?

Ist’s Dein Tod
der mich noch so oft zu Tränen rührt
weil Du nicht mehr bei mir bist,
Dein Weg weg von mir führt?

Oder wein’ ich
weil eine verwaiste Mutter ich bin
mit der allergrößten Sehnsucht
so tief in mir drin?

Ein Jahr ist’s bald her
doch es brennt noch der Schmerz
und ich sitz’ da
betrachte mein zerbrochenes Herz

Niemals stellten sich Fragen
warum Du, warum ich
denn der Zorn und die Wut
Angst und Trauer bald wich

Manchmal wünscht’ ich
das Gefühl mir eilig wieder herbei
glaub’ vom Schmerz Deines Todes,
Geist und Seele schon frei,

Wie es ist,
wenn ein Kind in mir wächst, sich bewegt
wenn ich’s fühle, es spüre,
wie es tritt und sich regt

Wie es ist,
wenn ein eigener Wille entsteht
doch dann kommt oft die Angst,
die so schnell nicht vergeht

Ja mein Kopf sagt, Du und ich –
wir konnten beide nichts dafür
mal im Bauch – mal im Herz,
sitzt dann so ein Gespür

Dass mir sagt, - noch ein Kind? –
lass Dir ruhig etwas Zeit
denn meine Liebe für Dich
reicht in alle Ewigkeit

Du fehlst mir so sehr –
hab Dich nicht lang gekannt
doch die Liebe hat sich tief
in mein Herz eingebrannt

Du lebtest durch mich,
doch Du bist nicht mehr hier
als Du gingst starb mit Dir
ein Teil auch von mir !

for ever in love
1. Juni 2003
Deine Mama

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