Alina

Sternenkind Alina

Meine Geschichte: Am 15.09.2009 hatte ich einen Routinearztbesuch..., doch als er das Ultraschallgerät anmachte, sagte er nur: sie müssen sofort ins Krankenhaus, sie haben eine akute Plazentainsuffizienz. Ich war in der 26. Schwangerschaftswoche. (Geburtstermin wäre der 28.12.2009 gewesen)

Nun ja, im Krankenhaus wurde ich erstmal ruhig gestellt, und die Ärzte meinten, wir hangeln uns von Tag zu Tag, vielleicht müssen wir die Kleine noch nicht holen. 3 Tage lang hatte ich eine Besserung. Dann am Freitag, den 18.09. früh beim Ultraschall sagte der Doc, wir müssen jetzt sofort einen Kaiserschnitt machen, sonst stirbt ihr Kind übers Wochenende ab. Eine Stunde später lag ich schon auf dem OP Tisch, da Alina per Kaiserschnitt geholt wurde. Hab so geweint.

Die Kinderärzte haben Alina`s Versorgung sofort übernommen. Abends kam dann ein Arzt zu mir und sagte, daß Alina zwar sehr klein und leicht ist, aber sie schon total gut mitatmet, es keine Probleme gab...und wir sehn müssen, wie es wird. Ich war sehr zuversichtlich. Es hieß, die 2. und 3. Nacht wären meistens kritisch. Die hat mein kleiner Schatz total gut überstanden. Sie hat sogar schon 20ml Milch am Tag getrunken, gekackt und gepullert...alles lief super...und wir haben uns so sehr auf sie gefreut. Ich hab sie viel besucht, mich neben den Inkubator gesetzt, ihr vorgelesen, ihr vorgesungen, sie berührt. Es war so ein Glücksgefühl, als ich sie das erste Mal sah. Es hat alle Gefühle übertroffen, die ich bisher erlebt hab.

Und dann kam der 4. und 5. Tag... da ging es ihr schon schlechter. In der Nacht vom 5. zum 6. Tag in der Nacht um 3 Uhr klopfte es auf einmal im Zimmer, und der Arzt meinte ich solle doch kommen, er denkt, es geht zu Ende. Hab es erst garnicht realisiert.

Unten angekommen hab ich schon gesehn, wie schlecht die Werte waren, und die Herzfrequenz war sehr weit gesunken. Die Ärzte meinten, ich soll sie festhalten, mit ihr reden...das hab ich dann auch gemacht mit tränenverstockter Stimme. Vorher hab ich noch meine Eltern angerufen, sie sollen doch kommen. Ich hab zu dem Zeitpunkt aber immer noch gehofft. Ich hab innerlich geschrien, gefleht und gebettelt...sie soll bei mir bleiben, sie soll sich Mühe geben und wieder besser atmen. Ich hab zu den Ärzten gesagt, sie sollen noch mehr probieren, aber alle Möglichkeiten waren bereits ausgeschöpft. Ich hab sie gestreichelt. Ich war so Hilflos. Gegen um 4 wurde die Herzgrequenzlinie zu einem Strich. Ich bin förmlich zusammengebrochen. Ich hab gesagt: ihr müsst doch irgendwas tun. Aber nichts mehr ging. Dann haben sie mir meine kleine Alina in den Arm gegeben. Sie hat sich so warm und weich angefühlt. Ich hab sie gehalten, ihre kleinen Finger gehalten, sie auf die Lippen und Stirn geküsst. Sie sah so süß aus. Ich weiß gar nicht, wie ich diese Nacht beschreiben soll. Es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Halb 5 kamen meine Eltern, leider etwas zu spät. Meine Mutti hatte einen Kreislaufzusammenbruch und musste erstmal eine Infusion bekommen. Und ich hab die Kleine noch bis früh um 6 im Arm gehalten.

Irgendwie war das alles so unwirklich für mich. Meinen Freund hatte ich nicht erreicht, weil er ausgerechnet in dieser Nacht ein Netzproblem mit seinem Handy hatte. Ich habe das ganz allein erlebt, wie mein Kind unter meinen Händen verstorben ist. Ich kann es noch immer nicht glauben, und ich fühl mich so leer. Als ist etwas in mir mit gestorben, als hätte man mir mein Herz rausgerissen.

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