Grundbedürfnisse
Lebend geborene Kinder benötigen Begrenzung, um ruhig zu werden, um gut einschlafen zu können.
In alter Zeit verwendete man Wickelpolster, heute gibt es andere Formen ....
Die Seelen von frisch verstorbenen Kindern benötigen die Begrenztheit ihrer Körperhülle, um gut aus ihrem irdischen Hülle heraustreten zu können.
Das haben wir - die Mutter mit meiner Unterstützung - bei Ruslan umgesetzt, indem ich aus einer alten - frisch gewaschenen Baumwollwindel ein Nest geformt habe und das Kind in einen Karton gegeben habe, in welchem ich vergangene Weihnachten die Weihnachtskarten samt Kuverts gekauft hatte. Fotos darüber sind hier veröffentlicht.
Es muss kein farbiger Karton sein: Ersatzweise können dafür weiße Särge aus Karton eingesetzt werden.
Wie folgend beschrieben ging es mit der Versorgung von Ruslan weiter.
Die Mutter ging in Begleitung von einer Dolmetscherin (med. Studentin Leyla) und mir zum Kundendienstzentrum der Bestattung Wien, weil dieses in der Nähe vom Wohnort der Mutter lag ....
Von einem Mitarbeiter wurden wir empfangen und "beraten":
Wenn ich in ein Geschäfte gehe - etwa eine Reise in einem Reisebüro buche, erhalte ich vorher neben den Bildern die Information über die Ausgaben noch vor der Auftragserteilung...damit ich vielfältig aussuchen kann.
Dem wird in der Bestattung Wien grundsätzlich nicht Rechnung getragen...es wurden nur Bilder gezeigt: Im Sinne von Wähle und lass dich hinterher von den Kosten überraschen.
Ob diese Vorgehensweise sich mit dem heutigen Verständnis von Konsumentenschutz/ Wie gehe ich mit Konsumenten um) deckt, wage ich zu bezweifeln. Nur weil so ein (Fehl-) verhalten gängige Praxis, muss das Verhalten noch lange nicht richtig sein.
Durch dieses Verhalten wird zudem die Aussage gestärkt, das z.B. der MA 40 geringere Preise angeboten/verrechnet werden als wenn Angehörige selbst für die Bestattungskosten aufkommen.
Die Mutter bat um den kleinsten Sarg und sie erhielt die Information zu 80 cm Särgen. (Die Fotos zeigten nur den weißen Kindersarg, für den Weichholz- und Eichensarg mussten Bilder von großen Särgen herhalten - alles ohne Preisangaben. Herr ... hielt allerdings einen Weichholzsarg (siehe Anhang vom 25.9.2009) .
Meine Anfrage nach dem Warum hat Herr ... mir gegenüber nicht geantwortet, ich weiß daher nicht, was ich der Mutter sagen soll, wenn diese mich diesbezüglich fragt. ich interpretiere: vielleicht sind Weichholzsärge billiger als weiße Särge?
Da der KAV die Kosten übernommen hat, war vorher uns bewußt, das ein Kostenvoranschlag kommt und der KAV ein Wörtchen mit zureden hat bei der Auftragserteilung ....
So wurde die Leibesfrucht Ruslan - welche ausreichen Platz gefunden hat in einer 18cm langen, 12 cm breiten, 6cm hohen Schachtel - zur letzten Ruhe gebettet in einem 80 cm Sarg und in einem 2 m langen Grab. Also in einem Palast mit einer rießengroßen Gartenanlage...oder in einem Schloß mit dem halben Wienerwald.
Grundlage: die Mutter wünschte nur "begraben und nicht kremiert" sowie ein einfaches Begräbnis.
Den Wiener Größenwahn legten andere vor. ... beginnend bei der Tatsache, das die Verwaltung der meisten Wiener Friedhöfe - 55 an der Zahl - den Angehörigen verstorbener Kinder grundsätzlich keine Kindergräber = 1/2 Erwachsengräber anzubieten vermag. teilte Herr Tichacek auf Anfrage schriftlich mit. ....
Der Hafer reizt mich: jetzt gehe ich mir mal die Beerdigungsvorgaben ansehen, wenn Wiener Friedhöfe nicht durch die Verwaltung der Wiener Friedhöfe betreut werden.... Herr Etükoglo, von Beruf u.a. Bestatter: könnten Sie uns gegenüber bitte darüber berichten, wie am islamischen Friedhof das Angebot aussieht?
Das Sie 45 cm große Särge um 110 Euro im Angebot haben, haben Sie mir schon berichtet.
Aber ich weiß noch nicht, ob sie am Islamischen Friedhof zur Versorgung von verstorbenen Kindern - wenn die Angehörigen für ihr verstorbenes Kind sich ein einfaches Begräbnis wünschen - auch automatisch ein großes Grab verwenden (inkl den weiteren Rahmenbedingungen für 2 Erwachsene ec.)
MFG Gunnhild Fenia Tegenthoff