verletztend: unangemessene Vorschriften

verletzend: unangemessene Vorschriften/ Erwartungshaltungen

- Die Trauer, das Sprechen darüber oder Weinenlassen abblocken oder erwarten, dass sie es nach einiger Zeit von selbst vergessen hat/darüber hinweg ist.

- Trauerzeit vorschreiben oder Drängen, dass es ihnen besser gehen soll

- erwarten, dass sie spätestens nach ein paar Wochen wieder zur Tagesordnung übergeht

- so tun, als ob NICHTS geschehen wäre, ignorieren oder gar meiden

- stell Dich nicht so an

- steigere dich nicht so rein, dann musst du auch nicht so leiden

- übertreibst Du nicht ein wenig?

- ähm.. warum weinst denn Du jetzt?

- denkst Du da etwa immer noch dran?

- und was sagt Dein Mann dazu, dass Du immer noch drüber redest?

- hast Du sonst keine Probleme?

- du übertreibst

- steigere dich nicht so da hinein. Schließlich kanntet Ihr ihn nicht!

- komm endlich darüber hinweg, schließlich hat er nie gelebt!

- belaste doch nicht die ganze Welt damit

- ich kann’s nicht mehr hören, es ist ja mal langsam gut

- du machst dich ja selbst noch ganz krank

- mach nicht so einen Film von der ganzen Sache

- wann hören denn deine hormonbedingten Depressionen endlich auf?

- meinst Du nicht, du dramatisierst das Ganze?

- versuch doch einfach das Ganze so schnell wie möglich zu vergessen!

- lass sie doch gehen, man muss auch mal loslassen können

- wieso trauerst du wegen einem Verhütungsmittel?

- seien sie doch nicht so verantwortungslos, denken sie an ihre beiden Kinder

- na, auch mal wieder da?

- wieso bist du denn so blass, hast du eine Erkältung?

- wieso bist du denn so schlecht gelaunt? Hast du dich mit deinem Mann gestritten?

- das ist jetzt schon so lange her, wenn du immer noch nicht darüber hinweg bist, musst du eine Therapie machen, aber bitte rede nicht mehr mit den Kollegen darüber

- ach Gottchen, hast du ihn etwa noch gesehen?

- ach, hat dich das emotional so berührt?

- heul nicht rum, denke doch mal an Deinen Mann!

- was sollen deine Kinder von Dir weinenden Mutter denken ?

- das ist doch nicht so schlimm! Jeder hat den Stress, den er sich macht.

- oh Gott, was ist denn passiert? Das wird schon wieder. Du bist ja noch so jung

- nun weine doch nicht, du wirst auch noch deine Kinder haben

- wieso, die ist doch jetzt wieder schwanger (da müsste ja die Trauer spätestens vorbei sein)

- schnapp dir deine Frau und fahrt weg, damit ihr das Kapitel nun endlich abhaken könnt

- jetzt muss aber mal Schluss sein.

- Nun reiß dich doch mal zusammen. Das ist jetzt aber nicht mehr normal!

- ach übrigens, so eine Schwangerschaft wie die letzte, sehe ich mir nicht noch einmal an, da müssen sie Verständnis für haben (Chef)

- ja, du nimmst es aber auch besonders schwer

- er ist doch noch so klein, da hat man doch noch keine richtige Beziehung

- wieso, sie hatten doch gerade Urlaub

- irgendwann gibt es doch dazu nichts mehr zu sagen und das Leben geht weiter.

- wir hätten sie ja eher zurückgeholt, aber dazu brauchen wir ja die Genehmigung des staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes (Meine nicht?)

- nun ist das noch ein schlimmer Tag und dann geht das Leben weiter

- du musst Lara jetzt endlich gehen lassen

- ich will dir nicht zu nahe treten, aber pass bitte auf, dass du den Absprung schaffst

- du musst jetzt aufhören, das zu konservieren und endlich weiterleben

- wenn du so weiter machst wirst du nicht wieder schwanger werden

- was ist denn jetzt los; ich dachte, du kommst ganz gut damit zurecht!

- du musst endlich wieder arbeiten gehen, da kommst Du auf andere Gedanken

- nun hör doch auf, wir müssen alle damit fertig werden, also rede nicht immer über Melanie

- was liest Du um diese Zeit (10 Uhr) noch im Bett und heulst, kümmere Dich lieber um Deinen Haushalt

- wenn du immer von Robin (deinem verstorbenen Kind) erzählst, findet er (die seele des Verstorbenen) ja nie Ruh. (stimmt nicht!)

- ich kann bei Dir nicht anrufen, da muss ich an Robin denken und die Wohnung kann ich auch nicht betreten, aber wenn was ist, dann melde Dich

- da bin ich aber froh, dass Alena nicht bei jedem erzählt, dass ihre Schwester und ihr Bruder tot sind, was denken denn da die Leute

- bin ich froh, dass es Euer Kind war und nicht das unserer Tochter, das hätte ich nicht überlebt

- komm sei still, da läuft es mir kalt den Rücken runter (Verwandte auf die Frage, wie es mir geht und ich wahrheitsgemäß antwortete)

- ihr müsst das auch mal vergessen

- das Leben geht trotzdem weiter

- reiß Dich zusammen

- nimm doch die Bilder von Robin ab, das ist nicht schön, wenn Tim mit seinem toten Bruder aufwächst

- du darfst deinen Mann nicht immer mit diesem Thema nerven, das verkraftet er nicht

- du beschäftigst Dich zuviel mit diesem Thema, finde mal ein Ende

- wie geht es ihnen, na bestimmt schon wieder besser, ist ja nun auch nicht mehr so frisch (Kindergärtnerin von Alena, vier Wochen nach Robins Tod)

- ich habe richtig Angst, ihnen zu begegnen (Kindergärtnerin von Alena, die zuvor immer den Kontakt gesucht hat und nun auf einmal mit knappem Hallo vorbeirennt)

- was braucht eure Tochter einen Psychologen, ihr macht sie ja kaputt

- jetzt geht es wieder aufwärts (Verwandte, nach der Beerdigung)

- wann hörst Du denn endlich auf, ständig (einmal die Woche) auf den Friedhof zu rennen?

- sie tun gerade so, als gehöre ihnen der Friedhof. Dann dürfen Sie solche Sachen halt auch nicht hinstellen, die schön sind (Friedhofsverwalter, nach der Beschwerde, dass Sachen von Robins Grab entwendet wurden)

- du könntest ruhig mal nachfragen, wie es Robins Urgroßeltern nach dem Verlust geht, die leiden nämlich sehr und können nicht auch noch danach fragen, wie es Dir geht

- WIESO geht es Dir nicht gut? Immer noch DESWEGEN?

- das ist doch jetzt schon eine ganze Weile her, dann können wir Euch auch nicht helfen!

- na, geht's denn schon wieder besser? (5 Wochen danach)

- melde dich, wenn es dir wieder besser geht,... - steigere dich nicht so in die Trauer hinein

- es wird Zeit, dass du vergisst - musst du ("etwa") immer noch weinen?

- weine doch nicht/ bitte weine nicht!

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